Playstation 4 – externe Festplatte anschließen: Ist das möglich?

Wir wollen nicht lange um den heißen Brei herumreden: Bisher ist es nicht möglich, eine externe Festplatte an die Playstation 4 anzuschließen. Anders als bei der Konkurrenz, wie der Xbox One, besteht hier leider nicht die Option, zusätzlichen Speicher durch eine externe Platte zu erhalten. Von Haus aus kam die Playstation 4 mit einem internen Speicher von 500 GB. Aber wer viel zockt der weiß, dieser Speicher kommt früher oder später an seine Grenzen. Sony hat bereits auf das Problem reagiert, und eine Version mit 1 TB auf den Markt gebracht. Dies bringt leider keine Lösung für all diejenigen, die bereits die kleine Variante besitzen.

Aber nicht verzagen, es gibt eine Möglichkeit, den Speicher der Playstation 4 zu erweitern. Die interne Festplatte kann ausgebaut und durch eine größere ersetzt werden. Wie das Ganze funktioniert, haben wir für Euch in einer Schritt für Schritt Anleitung zusammengestellt.

Doppelter Speicher und schnelle Zugriffszeiten

Der interne Speicher der Playstation 4 ist rappelvoll und man kann weder neue Games aufspielen, noch Zwischenstände speichern. Da hilft nur der Griff zum Schraubenzieher. Denn mit wenigen Handgriffen kann man einen neuen internen Speicher einbauen.

Bevor es losgeht: Datensicherung und Firmware

Zu Anfang muss man sich die Fragen stellen, ob das System komplett neu aufgesetzt werden soll, oder ob die vorhandenen Daten gesichert werden müssen. Wer möchte schon den Zwischenstand von einem Game löschen, an dem er wochenlang gezockt hat! Um diese Daten zu sichern, ist lediglich ein USB Stick nötig. Dieser wird automatisch erkannt, sobald er angeschlossen ist. Anschließend folgende Menüpunkte wählen:

  • Einstellungen
  • Verwaltung, der von der Anwendung gespeicherten Daten
  • Gespeicherte Daten im Systemspeicher
  • Auf USB Speichergerät kopieren

Die Daten können dann einzeln ausgewählt und kopiert werden. Ist man ein PSN-Plus-Mitglied, steht natürlich auch die Sony Cloud zur Verfügung.

Über den PC wird die aktuellste Version des Betriebssystems für die PS 4 heruntergeladen. Unbedingt darauf achten, nicht das Update herunterzuladen. Dies ist lediglich nützlich für bereits bestehende Versionen. Aber da wir die neue Platte mit einem neuen Betriebssystem aufsetzen müssen, benötigen wir die Komplettversion. Diese steht bei Sony zum Download bereit. Die Datei hat eine Größe von gut 900 Mbyte. Das Ganze auf einen USB-Stick ziehen und dort unter dem Pfad PS4\UPDATE\ hinterlegen.

Welche Festplatte eignet sich für die PS 4?

Die neue externe Festplatte muss einige Voraussetzungen erfüllen. Sie kann nicht höher als 9,5 cm sein, da sie ansonsten nicht in das Gehäuse passt. Es muss eine 2,5 Zoll Festplatte sein. Die maximal unterstützte Speichergröße ist 1,5 TB. Wobei eine Standard 2 TB Festplatte häufig nur 1,77 TB tatsächlich zur Verfügung stellt. Dieser Wert wird in der Regel von der PS4 voll unterstützt. In unserem Test haben wir die Seagate Expansion Portable 2TB verwendet. Wir haben die interne Platte entnommen und diese in die PS4 eingebaut. Bei einem Preisunterschied von 20 Euro, im Vergleich zum internen Modell Samsung Spinpoint M9T 2TB, war es uns das Basteln wert.

Festplatte in der Playstation 4 austauschen

Hat man also eine passende Festplatte gefunden, geht es an den Wechsel der Platten. Das Gerät muss ausgeschaltet sein und sollte vom Stromnetz abgezogen werden. Für eine einfache Handhabung ist es am besten, alle Kabel zu trennen. Die glänzende Abdeckung kann einfach abgezogen werden. Dazu die Verkleidung leicht nach vorne ziehen. Die Festplatte liegt in einem kleinen Kasten, der mit lediglich einer Schraube gesichert ist. Mit einem kleinen Kreuzschlitz-Schraubenzieher wird diese gelöst. Anschließen kann der gesamte HDD-Kasten inklusive des Laufwerkes entnommen werden.

Im Kasten ist die Festplatte mit vier Schrauben gesichert. Diese bitte lösen und sicher zur Seite legen. Das neue Laufwerk einlegen und mit den Schrauben befestigen. Es ist wichtig, dass diese sicher und fest sitzen. Nun wird der HDD-Kasten mit der neuen Festplatte in die PS 4 geschoben. Den Kasten mit der Schraube sicher befestigen und die Abdeckung aufschieben. Sie rastet mit einem leichten Klickgeräusch ein.

Neue Firmware installieren

Wird die Konsole wieder angeschossen und gestartet, fährt sie im Sicherheitsmodus hoch. Ein Controller wird an einen der Ports angesteckt. Man muss den On-Button für einige Sekunden gedrückt halten. Nach einiger Zeit ertönt ein Piep-Ton. Anschließend wird angezeigt, dass der PS-Knopf gedrückt werden soll. Ist dies getan, wird die sogenannte PS 4-Recovery angezeigt. Der SafeMode bietet eine große Auswahl von Menüpunkten. Bevor man etwas auswählt, steckt man den USB Stick mit der Firmware an. Der letzte Punkt in der Menüliste nennt sich „PS 4 initialisieren (Systemsoftware neu installieren)“. Wählt man diesen Punkt aus, greift das System automatisch auf die Software vom USB-Stick zu.  Alles Weitere wird von der PS 4 übernommen.

Der verwendete USB-Stick muss in FAT32 formatiert sein. Ist er in NTFS formatiert, wird er nicht von der Konsole erkannt und die Daten werden nicht ausgelesen. Auch Sticks mit einer großen Speicherkapazität werden oft nicht vom System erkannt. Es kann bereits ab 8 GB zu Problemen kommen. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten die Daten auf einen 4 GB Stick gespeichert werden.

Sind weitere Lösungen in Sicht?

Sony hat mit der größeren PS 4 Version bereits eine erste Reaktion auf das Speicherproblem gezeigt. Ideal ist diese allerdings nicht. Aber es ist davon auszugehen, dass die Zukunft ein paar Antworten parat hat.

Eine Möglichkeit ist die Nutzung des Dienstes PlayStation Now. Noch befindet sich das Projekt in der Beta-Phase, aber ab 2016 darf man sich hier auf einen Direkt-Stream von Spielen freuen. Was den Speicher ungemein entlasten würde.

Eine andere Lösung hat das Unternehmen Nyko in Planung. Die Amerikaner haben im Januar 2015 ein Gerät präsentiert, das so etwas wie ein Festplatten-Adapter ist. Der Adapter wird auf die PS 4 aufgesteckt und man kann eine 3,5 Zoll Festplatte damit verbinden. Bisher wird es allerdings noch nicht auf dem Markt vertrieben. Es gibt auch leider keine Informationen zu einem möglichen Erscheinungsdatum.